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Dr. Aleman

| im Kino seit 14.08.2008

Ein rasanter Bilderrausch mit August Diehl

Zum Film

Cali, Kolumbien: der abenteuerlustige Medizinstudent Marc stürzt sich in sein praktisches Jahr in einer der schönsten und gefährlichsten Städte Lateinamerikas. Im Krankenhaus wird er vom ersten Tag an mit Steckschüssen konfrontiert, mit menschlichem Blut, das ihm vom Operationstisch in die Schuhe tropft. 

 Marc ist ein Romantiker auf der Flucht vor der drohenden Routine der Frankfurter Vorstadtpraxen. So wird er immer stärker angezogen von der fremden Welt, die seinen Patienten im Krankenhaus diese blutigen Wunden in den Körper schreibt. Was für ein Leben führen diese Leute? Ist ihre Wirklichkeit nicht viel wirklicher als die eines braven deutschen Arztes, der nie für irgendetwas kämpfen musste? 

 Die Kioskbesitzerin Wanda öffnet Marc die Tore zu dem Slum Siloé, dem Viertel mit der schönsten Aussicht über die Stadt. Dieses ist der Ort, wo all die Kugeln herkommen. Wanda hat sich der Straßenkinder des Viertels angenommen. Sie ist eine raue, erfahrene Frau. Eine Schönheit, nicht perfekt, aber umso realer. Marcs erste wirkliche, aber auch unmögliche Liebe. Es wird nicht lange dauern und Marc ist im Viertel Siloé als Doctor Alemán bekannt. Der deutsche Doktor, der sich in seiner Abenteuerlust, nicht zuletzt wegen seines Kokainkonsums, bald für unantastbar hält. Der mit Kleindealern und Söldnern Fußball spielt und der - als er endlich merkt, dass die Sache um ihn herum ernst wird - meint, er könne El Juez entgegentreten, dem gefährlichsten Mörder des Viertels – um mit ihm zu reden. Marc fordert die Kugeln heraus, die er zu Beginn nur aus seinen Patienten entfernte. Bis er merkt, dass deren nächstliegendes Ziel Wanda sein wird. Zu Beginn wollte Marc neutral sein, aber kein Arzt. Nun weiß er, dass er gerne Arzt wäre, aber er steckt zu tief drin, um neutral bleiben zu können. Schließlich sieht er keinen anderen Weg mehr, als eine Affäre mit El Juez’ Frau vorzutäuschen - ein verzweifelter Versuch, die Folgen seiner Fehleinschätzungen im Viertel rückgängig zu machen und Wanda vor den immer tragischeren Auswirkungen seiner Abenteuerlust zu retten. Marc glaubt, ein Teil des Viertels geworden zu sein, die Wirklichkeit dieses Ortes verstanden zu haben. Dieser große Irrtum wird tödlich enden. Ein großes Herz wird aufhören zu schlagen. 

Cast & Credits

mit August Diehl, Marleyda Soto, Hernán Méndez, Victor Villegas, Andrés Parra

Regie: Tom Schreiber

Buch: Oliver Keidel

Kamera: Olaf Hirschberg

Produzenten: Harry Flöter, Jörg Siepmann

Technische Daten

Deutschland 2008

106 Minuten

Festivals

Pressestimmen

Sehenswert TIP 

 Grandios spielt August Diehl den jungen Medizinstudenten Marc, der sein praktisches Jahr als Arzt in Kolumbiens Gangster-Metropole Cali absolviert und zwischen die Fronten des Drogenkriegs gerät. ... Wie der Brasilianer Fernando Meirelles für seinen Film „City of God“ drehte auch der deutsche Regisseur Tom Schreiber mit einheimischen Jugendlichen, so dass ihm immer wieder Szenen von eindringlicher Realitätsnähe gelingen. Packend erzählen Schreiber und Drehbuchautor Oliver Keidel von dem Irrglauben, die Regeln einer fremden Gesellschaft brechen zu können. DER SPIEGEL

Ein schimärischer Trip durch die bleihaltige Luft der gefährlichsten Stadt der Welt. Dies bebildert Tom Schreiber ohne Pathos und Perfektion, jedoch mit authentischer Intensität. Was zunächst als nachdenklicher Arthaus-Film beginnt, nimmt einen dramatischen Verlauf, um im furiosen Finale zu gipfeln. Auf schauspielerische Gipfel steigt auch August Diehl: Einzigartig wie der 32jährige Berliner die schön-schrecklichen Gespenster des schrecklich schönen Cali konfiguriert und konzentriert. APPLAUS 

Mit schriller Komik, emotionaler Dichte und intensiven Bildern lotet der Film die Geschichte einer großen Liebe und einer persönlichen Katastrophe aus. Statt Ghetto-Kitsch und Favela-Romantik liefert er eine Art deutscher Version von Fernando Meirelles' hoch gelobter Milieustudie "City of God". ARD.de Ein erschreckend realistisches Bild des Lebens in den Slums von Cali und die beeindruckende Charakterstudie eines deutschen Medizinstudenten, der mit seiner Lust auf Abenteuer eine Katastrophe auslöst. Ein Film, der vor allem durch seine Unmittelbarkeit besticht. KINO-ZEIT.DE 

 Das Drama beschönigt und verklärt nichts, es versucht vielmehr, die Situation eines kolumbianischen Slums wiederzugeben. Mit beeindruckenden Kamerafahrten, einer ausgezeichneten, profunden Charakterisierung der Figuren und passenden Darstellern gelingt es ihm, eine Geschichte zu erzählen, die Gänsehaut beim Publikum hervorruft. FILMREPORTER.de 

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